· Exploration · 2 min read
Touching an der Oberfläche
Gedanken über die Vermittlung der Berührung verschiedener Oberflächen über einen Touchscreen.

Wenn mein Finger nicht gerade einen Tropfen Sauce vom Touchscreen wischt, der beim Mittagessen versehentlich darauf gelangt ist, so zielt meine Berührung meistens nicht auf den Touchscreen selber, sondern auf ein virtuelles Objekt dahinter. Ein Text, der gescrollt, eine Karte die vergrößert, eine Checkbox, die angehakt wird, usw.
Bei einem Malprogramm sind Pinsel, Farbe und Leinwand zwar auch virtuell. Trotzdem fühlt es sich anders an. Es fühlt sich mehr so an, wie mit richtigen Farben auf einer richtigen Leinwand zu malen, besonders bei den Programmen, die großen Wert auf die physikalische Modellierung legen.
Das fand ich interessant und dachte über verschiedene Oberflächen nach und darüber, wie die Berührung dieser Oberflächen über einen Touchscreen vermittelt werden könnte. Hier ein paar Ideen – die am Touchscreen dargestellte Oberfläche ist …
- … eine Wasserlacke und durch Touch entstehen Wellen, die sich kreisförmig ausbreiten
- … ein gefrorener See und durch Touch mit den (großen und schweren) Fingern entstehen Sprünge im See und produzieren eventuell zusätzlich die dabei entstehenden sehr elektronisch klingenden Geräusche
- … zähflüssiges Öl und das darüber Streichen mit dem Finger hinterlässt eine Spur, die langsam wieder verschwindet
- … eine Rauchwolke, die durch Streichen durcheinander gewirbelt wird
- … ein Felsen, auf den gemalt werden kann; durch die Farbe wird die Textur des Felsens vermittelt
Zu diesen Ideen plane ich kleine Simulationen zu bauen. Den Anfang macht O.I.L..
O.I.L. (Oblivions Intermediate Layer)
In O.I.L. wird über den Touchscreen die Berührung einer zähflüssigen öligen Flüssigkeit modelliert.
Es hat etwas Meditatives, Spuren auf O.I.L. zu hinterlassen und dabei zuzuschauen wie diese langsam verschwinden und die zähflüssige schwarze Sauce in ihre Form zurückkehrt; bis sie die Hinterlassenschaften sozusagen vergessen hat.
Dieser Zugang hat die Namensgebung beeinflusst, “Oblivions Intermediate Layer”, die “Zwischenschicht des Vergessens” ;-).
Die Simulation wurde mit Hilfe der KI Junie erstellt. Der Sourcecode liegt auf GitHub.
Ich hätte eine solche Simulation ohne KI nicht machen können. Dazu fehlen mir die mathematischen Kenntnisse und die Kenntnisse über WebGL. Der generierte Code bietet aber einen interessanten Ausgangspunkt, um diese Dinge zu lernen.
Auch der Name ist im Dialog mit einer KI entstanden und zwar mit Gemini. Ich wusste, dass es das Acronym “O.I.L.” sein soll, das für den Namen steht und Gemini hat interessante Namen vorgeschlagen. Eingefallen ist “Oblivions Intermediate Layer” aber dann mir selber, glaube ich zumindest :-).



